Hänsel und Gretel

Ein Operntheater - Projekt


Das Projekt

„Wie wärs mit einer Oper? Eine Oper für Kinder, die eine faszinierende und packende Geschichte erzählt. Eine Oper, die so kompakt ist, dass man sie ganz einfach in Spitälern, Kinderheimen und Kulturzentren aufführen und die Kinder in dieser Zeit aus ihrem Setting entführen kann? Eine Oper, die uns näher zusammenbringt und die einfach nur gespielt wird, um diesen Kindern eine Freude zu bereiten und Lebenshorizonte zu erweitern?
Oper ist fremd, schwierig zu verstehen, nur kultivierten Leuten zugänglich, langweilig, komische Musik. Falsch! Oper ist für alle. Jeder kann sie verstehen und die Musik genießen, ohne zuvor jemals von Mozart, einer Oboe oder einem Crescendo gehört zu haben. Es ist ja schliesslich einfach nur Musik, welche eine Geschichte erzählt! Das will ich den Kindern mit diesem Projekt zeigen“


So waren die Gedanken und Irritationen, die Véronique Marty hatte als sie zu ihrer ehemaligen Gesangslehrerin Sylviane Bourban ging. Gemeinsam entschlossen sich die beiden, dass ein Regisseur und ein Streichquartett wichtig für die Realisierung des Projekts wären. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Friedemann Jähnig, Bratscher des Colla Parte Streichquartetts, welches aus Musikern des Berner Symphonieorchesters besteht, entschloss Véronique die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck zu inszenieren. Damit das Werk Humperdinck in das Konzept des Projekts passt, mussten selbstverständlich eine neue Fassung der Oper sowie passende Arrangements für das Streichquartett entstehen. Durch den Kontakt von Sylviane, wurde Paulo de Queiroz die Zuständigkeit für die Inszenierung und die neue Fassung übergeben. Das Arrangement konzipierte Friedemann gemeinsam mit seinem Streichquartett. Während des Probenprozesses, vergewisserte sich das Ensemble immer wieder, ob das Ziel, die klassische Oper für Kinder zugänglich zu machen, mit ihrer aktuellen künstlerischen Weise gegeben sei. Dieser gesamte Prozess war wichtig, um die Inhalte stets zu verfeinern. Durch die Pandemie musste das Projekt im Jahr 2020 pausieren, wurde aber 2021 mit drei intensiven Wochen, die Vorstellungen in Kinderheimen der Region Bern beinhalteten, wieder aufgenommen.


„Für uns - Kinder und Erwachsene - war der Einblick in die Welt der Oper kurzweilig, erfrischend und berührend. Die Kinder (und Jugendlichen) sind richtig eingetaucht ins Geschehen, obschon die Meisten bis anhin keinen Kontakt zur klassischen Musik hatten. Es war für mich schön zu sehen, wie interessiert sie an euch SängerInnen waren, wie sie Instrumente ausprobieren konnten und sich einlassen konnten aufs Erlebnis Musik. Ihr habt das ganz toll gemacht - höchst professionell in Musik und Choreo und trotzdem unkompliziert in der Zusammenarbeit mit uns“.



Karin Aebi – Heimleiterin des Maiezyt Kinder - und Jugendheim

Die Inszenierung 

"Hänsel und Gretel allein im tiefen, düsteren, dunklen Wald, ohne Mond und Sterne, dort, wo die Böse wohnt und wo der Tod lebt. Das Knusperhaus ist wie eine Wüstenoase, in die sich die Kinder entführen lassen. Nach über hundert Jahren verzaubert Engelbert Humperdinck mit seiner transzendentalen, bildhaften Oper. Menschen aus unterschiedlichen Generation haben diese Oper erlebt und gehört und Teile davon für ihr ganzes Leben als positive Erinnerungen oder auch für tiefe Reflexionen über unsere alte Gesellschaft mitgenommen. Und was haben wir jetzt gerade in der Gegenwart damit zu tun? Grundversorgung ist ein Grundrecht für jeden, aber ist das wirklich so? Die Not- was würden wir Menschen füreinander tun, um die Not zu überwinden? Was bedeutet das Bild der Eltern von Hänsel und Gretel in unserer aktuellen Gesellschaft? Die Inszenierung wurde nach der Oper von Engelbert Humperdinck vielfältig bearbeitet und mit neuen Texten versehen. Mit unterschiedlichen Spielmethoden investiert das Ensemble alle Kraft, um diese Welt auf der Bühne nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern zugänglich zu machen.“



Paulo de Queiroz

Infos zum Stück

Oper-Theater / 45 Minuten / Kinder ab 6 Jahren / Texte: Engelbert Humperdinck & Paulo de Queiroz / Dramaturgie: Paulo de Queiroz, Véronique Marty & Sylviane Bourban / Regie: Paulo de Queiroz / Arrangement: Streichquartett Colla Parte / Bühnenbild: Claudia Wilke / Kostüme, Requisiten & Beleuchtung: Paulo de Queiroz / Fotografie: Riccardo Francesco Troia / Video: Paulo de Queiroz

Kontakt 

hanselundgreteloper@gmail.com